Nürnberger Nachrichten 29.11.05

Protest gegen die Studiengebühren
Studierende im Fachbereich Sozialwesen der Ohm-Fachhochschule sind im Streik
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Unter dem Motto "Gemeinsam für unsere Bildung" haben gestern Studierende im Fachbereich Sozialwesen an der Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule (FH) einen Streik ausgerufen.
Mit dieser Protestaktion wenden sie sich gegen jede Form von Studiengebühren, gegen Sozialabbau und Klassengesellschaft und vor allem gegen den Entwurf des neuen Bayerischen Hochschulgesetzes, das die Mitwirkung von Studierenden stark beschneiden würde.
Seit Wochen hatte das etwa 30-köpfige Streik-Komitee die Aktion heimlich vorbereitet. Gestern früh war es dann soweit: Als Hunderte von Studierenden zum Wochenbeginn ins FH-Gebäude Bahnhofstraße 87 strömen, werden sie in einem Streik-Café mit Kaffee und Kuchen überrascht. Die riesige Aula ist mit alten Sofas und Sesseln zum Streiklokal umfunktioniert. Die meisten Vorlesungen im Fachbereich Sozialwesen fallen aus - entweder, weil keiner hingeht oder weil sich die Dozent(inn)en mit der Aktion solidarisieren.
"Es ging uns zunächst einmal darum, die Kommiliton(inn)en zu informieren und wachzurütteln", sagt Konstantin Friedberg, der Sprecher des Streik-Komitees, "denn die meisten von ihnen wissen noch gar nicht, was alles auf sie zukommt, oder sie haben bereits resigniert und sich mit der Studiengebühr abgefunden."
Der Versuch, die Lehrveranstaltung der im gleichen Gebäude residierenden Betriebwirtschafts-Studierenden zu sprengen, verlief indes wenig erfolgreich. "Von denen haben nur ein paar spontan ihre Vorlesungen verlassen und bei uns mitgemacht", so Friedberg.
Trotzdem soll der Streik heute fortgesetzt und auch auf die anderen FH-Gebäude ausgeweitet werden. Heute um 17 Uhr soll allerdings Schluss sein mit der ganzen Aktion - diese Frist hat FH-Rektor Prof. Herbert Eichele den Streikenden gesetzt.
Offizielle Begründung: Im Rahmen eines Programms, in dem die FH ihre Räume an private Veranstalter vermietet, werde die Aula in der Bahnhofstraße am Mittwoch gebraucht. "Wir sind gespannt", sagt Friedberg, "was passiert, wenn unser Plenum beschließen sollte, nicht zu gehen."

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